Sommerkonzert 2018

Für unser diesjähriges Sommerkonzert standen erneut zwei Symphonien auf dem Programm:

Im ersten Teil des Abends haben wir die zweite Symphonie von Carl Nielsen aufgeführt. Dieser in Deutschland weniger bekannte Komponist und Dirigent lebte von 1865 bis 1931 in Dänemark, wo seine Werke sich auch heute noch großer Bekanntheit erfreuen. Seine zweite Symphonie komponierte er zu Beginn des 20. Jahrhunderts, inspiriert von einem Gemälde, das er in einer dänischen Dorfschenke gesehen hatte. Das Bild stellte die vier Temperamente nach der ursprünglich auf Hippokrates zurückzuführenden medizinischen und später proto-psychologischen Temperamentenlehre dar. Die vier Sätze des Stücks sind jeweils einer der vier Grundstimmungen gewidmet und setzen diese eindrucksvoll in musikalische Formen um:

  1. Allegro collerico (Choleriker)
  2. Allegro comodo e flemmatico (Phlegmatiker)
  3. Andante malincolico (Melancholiker)
  4. Allegro sanguineo — Marziale (Sanguiniker)

In der zweiten Hälfte des Konzerts spielten wir die zweite Symphonie von Johannes Brahms:

  1. Allegro non troppo (D-Dur)
  2. Adagio non troppo (H-Dur)
  3. Allegretto grazioso (quasi andantino) (G-Dur)
  4. Allegro con spirito (D-Dur)

Das Stück gilt als die beliebteste Symphonie des Komponisten. Ihm selbst ging das Stück leicht von der Hand: Hatte er an seiner ersten Symphonie noch 15 Jahre geschrieben, so stellte er die zweite in nur fünf Monaten fertig. Obgleich Brahms selbst seine Komposition als "so melancholisch" beschrieb, "daß Sie es nicht aushalten", ist sie im Gegenteil fröhlich gehalten und weist eine pastorale Grundstimmung auf. Trotz der einfach gehaltenen Grundmotive versteht es Brahms auch in seiner zweiten Symphonie, den Zuhörer durch seine meisterhafte Kompositionstechnik wiederholt hinters Licht zu führen, etwa durch Verschiebung des Taktschwerpunkts oder das geschickte Kaschieren klassischer Aufbauelemente.

Die Zugabe war der Hahnentanz von Carl Nielsen.